Schön,

                   dass Sie bei

                   uns

                   vorbeischauen.

Das Motto unserer Gemeinschaft

 

Gut, dass wir einander haben,

gut, dass wir einander sehn,

Sorgen, Freuden, Kräfte teilen

und auf einem Wege gehn.

Gut, dass wir nicht uns nur haben,

dass der Kreis sich niemals schließt

und dass Gott, von dem wir reden,

hier in unsrer Mitte ist.

Manfred Siebald

 

Wer mehr erfahren möchte ist herzlich Willkommen!

 

Unsere Website bietet....

 

Einen Überblick über das aktuelle Gemeinschaftsgeschehen

Veranstaltungen zum kommen, mitfeiern und miterleben

Gelegenheit zum verweilen, zuhören, nachdenken und entschleunigen

christliche Impulse zum kirchlichen Jahreslauf,

laufende Aktualisierung. 

 

 

Eine Predigtmeditation: Vom Sterben und vom Tod

 

Es gibt einen Unterschied,

der uns selten bewusst ist:
 

Wir sprechen viel vom Sterben, aber kaum vom Tod.
 

Wir ringen mit dem Weg – nicht mit der Grenze.
 

Wir suchen Trost für das Sterben,
aber wir haben kaum Worte für den Tod selbst.

Sterben – das ist ein Prozess.
 

Ein Übergang, ein Loslassen, ein Sich-Fügen.
 

Sterben kann man mutig, gelassen, weise.
 

Sterben kann man sogar „überwinden“ –
 

so wie Sokrates es tat.

 

Er ließ sich nicht zwingen, seine Überzeugungen zu widerrufen.
 

Sokrates ist das große antike Beispiel für einen Menschen,
der das Sterben überwand – aber nicht den Tod.

 

Er trank den Schierlingsbecher
mit einer Ruhe, die seine Freunde erschütterte.

 

Er überwand die Angst durch Vernunft,
die Ohnmacht durch Freiheit,

 

die Enge durch Sinn.
 

Er starb, wie er lebte:
fragend, prüfend, frei.

 

Aber Sokrates blieb tot.

 

Das ist der Punkt, an dem Bonhoeffer so scharf unterscheidet:
 

Die Überwindung des Sterbens ist menschlich möglich.
 

Die Überwindung des Todes nicht.

 

Der Tod bleibt ein Feind.
 

Nicht der letzte Schritt des Lebens,
sondern die Grenze, die wir nicht überschreiten können.

 

Darum sagt Paulus:

„Der letzte Feind, der aufgehoben wird, ist der Tod.“
(1 Korinther 15,26)

 

Christus hat das Sterben nicht umgangen.
 

Er hat es nicht heroisch verklärt.
 

Er hat es durchlitten – bis zum letzten Atemzug.
 

Aber er blieb nicht im Tod.

 

Er überwand nicht das Sterben.
 

Er überwand den Tod.

 

Das ist der Unterschied,
der die Welt verändert.

 

Der Unterschied, der uns trägt,
wenn wir am Bett eines Sterbenden sitzen.

 

Der Unterschied, der uns hält,
wenn wir selbst an Grenzen kommen.

 

Wir müssen das Sterben nicht heroisch meistern.
Wir müssen nicht wie Sokrates sein.

 

Wir dürfen sterben wie Menschen –
mit Angst, mit Fragen, mit offenen Händen.

 

Denn der Tod ist nicht mehr das Letzte.
Er ist nicht mehr der Herr.

 

Er ist ein besiegter Feind.

Christus hat ihn entmachtet.
 

Und darum dürfen wir leben –
 

und sterben –
 

in einer Hoffnung,
 

die größer ist als wir selbst.

             Amen.

 

Großer Gott,

 

ich verstehe deine Geduld langsam nicht mehr.

 

Ich sehe, wie deine Schöpfung leidet,

die Finsternis tobt, und ich frage mich,

warum du nicht eingreifst.

 

Warum darf das Böse so lange wüten?

 

Es frustriert mich, es macht mich wütend und traurig.

 

Du könntest doch.

 

Bitte zeig mir, wie ich diese Spannung im vertrauen auf Dich aushalten kann.

 

Und lehre mich, dass Du keine Fehler machst.

 

Und Du, Herr Jesus, hast gesagt; eine kleine Weile, dann werden wir Dich sehen.

 

Für Dich ist es nicht ein mal ein Wimpernschlag,

 

für uns schon eine kleine Ewigkeit.

 

komm, Herr Jesus. Komm.

                               

                                Amen

Jesus,
 

ich komme heute zu Dir
 

wie ein Mensch, der im ersten Atemzug des Tages
die Frische der Welt spürt
und seine Schritte in Dein Licht stellt.

 

Nimm diesen neuen Tag in Deine Hände.
 

Segne meine Gedanken und Taten,
damit Deine Weisheit in mir wächst

 

wie ein junger Trieb, der dem Morgen entgegenstrebt,
und Deine Liebe in mir fließt
wie ein stiller Bach,
der alles nährt, was an seinen Ufern lebt.

Lass mich Dein Licht widerspiegeln –
wie Tauperlen im Gras,
die den Himmel tragen,

 

wie ein Blatt, das den Wind empfängt,
wie ein Vogelruf, der Hoffnung weckt
in den Menschen, die mir begegnen.

 

Öffne meine Augen
für die Schönheit Deiner Schöpfung:
für das Erwachen der Erde,

 

für das Spiel der Schatten im ersten Sonnenstrahl,
für das Rauschen der Bäume,
das von Deinem Atem erzählt.

 

Und erinnere mich daran,
Dir treu zu dienen
in allem, was heute auf mich zukommt –
mit einem Herzen, das sich weiten lässt

 

wie der Himmel über den Feldern,
mit einem Geist, der wach bleibt
wie die Erde im Frühling,
mit der Kraft, die Du mir schenkst.

                           Amen.

Samstag, 30.05.2026

Der HERR, der gütig ist, wolle gnädig sein allen, die ihr Herz darauf richten, Gott zu suchen.

2. Chronik 30,18-19

© Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine
Weitere Informationen finden Sie hier.